ADVENT / JUL 2017 OCH GOTT NYTT ÅR

Advent 2017     


All Ihr Lieben 


Um dieses fast vollendete Jahr 2017 in einen Blogeintrag zu bringen, würde ich wohl mehrere Tage Rückzug und haufenweise Papier brauchen - so dicht, intensiv, arbeitsreich und bewegend war es…

Sicherlich haben einige unsere Einträge hier verfolgt - ich wollte es wären mehr geworden aber es braucht immer Zeit und Musse dazu und beides findet sich nicht so einfach!

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Nun so kurz vor Weihnachten, den Blick gerade auf den Sonnenaufgang und die weiss verschneite Wiese vor dem Fenster gerichtet fallen mir einige Worte ein, welche für gerade diesen weihnachtlichen Moment passend wirken - DANKBARKEIT - ANGEKOMMENSEIN - LEBENSAUFGABE - ACHTSAMKEIT - VERBUNDENHEIT - MUT - FRIEDEN - WACHSTUM AUF ALLEN EBENEN……..

Das einfache, naturnahe Leben hier auf Juvengård fordert und fördert - bei all den lichtvollen, magischen Momenten welche uns die Natur hier beschert ist es nicht zu verschweigen, dass ein solches Leben in und mit der Natur und den Elementen manchmal auch einfach nur ein Krampf und total unromantisch sein kann! Unsere Werte und Prioritäten haben sich in vielen Bereichen komplett neu geordnet - sowohl im Alltag wie auch übergreifend! Die Familie ist angewachsen auf vier Menschen, 5 ausgesprochen lebendige Katzen, einen schlitzohrigen, liebenswerten Hund, 11 Schafe, 9 Hühner und Grossmutter Sif, unsere Isländer Stute wird wohl auch nochmals mit uns Weihnachten feiern!

Eine riesige Lebensgemeinschaft also, welche hoffentlich bald noch mit 2-3 passenden Menschen vervollständigt werden darf…..

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Doch die grösste Freude, welche uns diese Vorweihnachtszeit 2017 geliefert hat ist das Spüren, Sehen, Hören und Wissen um das Glück und Wohlbefinden unserer zwei jungen Frauen hier!

Serainas und Flurinas Entwicklung in den letzten paar Monaten ist kaum in Worte zu fassen; beide sind gewachsen, gereift  und aufgeblüht, das volle Leben zeigt sich in ihnen und vor allem sind sie eines - GLÜCKLICH! Täglich erfüllt sich unser Haus mit ihrem Lachen, Strahlen und die Lebensfreude, welche die zwei versprühen ist ansteckend und Lohn für alle schwierigen Stunden!

Sie sind hier angekommen, haben neue Freunde, neue Lebensfreude und Sinn gefunden und vor allem Seraina geht so fokussiert und motiviert auf ihrem Weg - klar, mutig, bewusst!

Nichts mehr wünschten wir uns als Eltern für sie, doch viel mehr haben wir bekommen! DANKE Leben!

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Möge es Euch allen in dieser Weihnachtszeit auch so ergehen - mögen eure Herzen erfüllt sein vom Wissen, auf dem richtigen Weg zu sein, umgeben von euren Liebsten, getragen von Lebensfreude, Sinn, Dankbarkeit und Zuversicht! Möge jeder Tag erfüllt sein von licht-, fried- und freudvollen Momenten, manchmal zeigt sich der Sinn des Leben nur in ganz kleinen, aufflackernden Augenblicken, welche es zu sammeln und im Rucksack des Lebens als Goodies zu verstauen gilt; sie geben wieder Energie und Richtung für all die anderen Momente, welche voll von Fragen oder Zweifeln sein mögen!

Wir hier auf Juvengård haben viele Ideen, Herausforderungen und Pläne fürs kommende Jahr :-) Doch als allererstes heisst es gerade unsere Kräfte  zu sammeln und gut  zu uns selber zu schauen! Heinrich ist gesundheitlich gerade sehr angeschlagen und braucht Geduld und für einmal auch Unterstützung von aussen - nicht einfach für einen starken Bären, dies zuzulassen und anzunehmen :-) Wir sind jedoch optimistisch und tragen uns gemeinsam als Familie auch durch die „mörken“, dunkleren Winter-Zeiten - innen wie aussen.

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Trotz allem Angekommen sein hier auf Juvengård gibt es die Momente, wo wir Freunde, Familie, Schweizer Erinnerungen vermissen; sie flackern auf wie kleine Flammen im Herzen und gehen dann wieder unter im grossen Feuer des neuen Lebens………und wärmen unser Herz und nähren uns mit Dankbarkeit für alles, was war und sein durfte!


Nun wünschen wir euch allen von Herzen frohe, friedvolle, wärmende und nährende Weihnachten - feiert, tanzt, geniesst, was es zu geniessen gibt! Die Rauhnächte mögen euch Zeit und Musse zum Innehalten geben, sodass ihr voller Freude und Fokus ins neue Jahr starten könnt - voller Hoffnung, Träume und Zuversicht und guter Gesundheit!!!


„Tänd ett ljus och låt det brinna

Låt aldrig hoppet försvinna det är mörkt nu

Men det blir ljusare igen

Tänd ett ljus för allt du tror på

För den här planeten vi bor på

Tänd ett ljus för jordens barn“


GOD JUL - FROHE WEIHNACHTEN und ein GUTES NEUES JAHR!


Auf ein Wiedersehen oder Wiederlesen im neuen Jahr!


Von Herzen Familie Schwyter

Welch unglaublich dichter Sommer……


Hej hej liebe Leser!


So unglaublich schnell vergeht die Zeit und ich weiss, dass viele von Euch sehnlichst auf ein paar Zeilen von uns warten!

Doch eben diese verlangen mir gerade so einiges ab…….. Wir kommen selber gar nicht hinterher mit dem Verdauen aller Geschehnisse, Erlebnisse und Aktivitäten der letzten Monate!

Es war schlicht und einfach nahezu unglaublich, was sich seit unserem Umzug nach Schweden so alles ereignet hat und daher ist es auch unmöglich, dass ich hier alles berichten kann - für neugierige Leser aus der „alten Heimat“ - es wird bald einen weiteren kleinen Bericht im Marchanzeiger geben :-)



Rüebliernte :-))) auch diese sind auf Juvengård etwas anders als gewohnt - so wie wir eben :-)


Der Sommer 2017 wird im schwedischen Radio gerade tot geschlagen - es war nie wirklich lange schön und warm, stets etwas unstetes Wetter, ein typischer „svensk sommar“ also! Und endlich hat es auch mal richtig geregnet und es ist ein wahnsinnig reiches Pilzjahr - es wächst und wächst und man kann den Pilzen schon fast beim Wachsen zusehen! In Schweden geht man schliesslich nicht Pilze suchen, man geht Pilze pflücken! :-)



Zwei Nachbarinnen haben uns reich beschenkt mit einigen Kilo Steinpilzen und Eierschwämmli :-) Welch wunderbare Überraschung war das und ein so schönes Gefühl! Sie meinten, da wir ja soviel arbeiten würden und kaum Zeit hätten um selber in den Wald zu kommen würden sie die Geschenke des Waldes zu uns bringen! Wunderbar, nicht?! Überhaupt wären unsere Nachbar einen eigenen Absatz wert! Es tut unglaublich gut zu spüren, wie sehr wir Teil dieses kleinen Weilers Sjömillan werden durften und dass die Menschen rundherum Anteil nehmen an unserem Tun und Wirken hier und dies auch schätzen und uns auch an ihrem Leben teilhaben lassen! Man ist sich der Verantwortung der Gemeinschaft und dem gegenseitigen Unterstützen hier sehr bewusst - ich wage zu behaupten, viel bewusster als in der Schweiz und man weiss, dass der Tag kommen kann, wo man auf die Hilfe des Nachbarn angewiesen ist, z.B. beim nächsten Schneesturm, wenn der Strom aus- oder der Schnee einfällt oder wie bei uns vor ein paar wenigen Wochen, wenn etwas Dramatisches passiert mit Mensch oder eben auch Tier….. da ist es keine Frage, man lässt alles stehen und liegen und eilt dem Gegenüber zur Hilfe!


Vielleicht fällt es dem einen oder anderen auf, mein Schreibstil hat sich verändert - überhaupt nicht bewusst - aber es fällt mir inzwischen beachtlich schwer Deutsch und vor allem in der korrekten deutschen Wortfolge zu schreiben! Das Schwedische geht uns immer leichter von den Lippen und dies schlägt sich leider im Verlust anderer Sprachkenntnisse nieder…….ich beispielsweise konnte kaum mehr einen ganzen korrekten englischen Satz vom Stapel lassen und als französisch sprechende Gäste da waren schaffte ich es gerade noch auf 3 Worte; J'ai oublié …. presque tout mon français wollte ich sagen aber nach j’ai oublié…..folgten nur noch ein paar stammelnde Worte auf Schwedisch! Seraina spricht nun bereits Schwyzerdüütsch mit schwedischer Sprachmelodie - es ist manchmal echt lustig hier zum Zuhören!

Seit zwei Wochen besuche ich die Chorprobe des Kirchenchores im Dorf und bin richtig glücklich, endlich wieder in Gesellschaft singen zu können! Für alle Leser welche den Film „ Wie im Himmel“ gesehen haben - ich kann euch sagen - Kaffee trinken ist auch wichtig :-))) Wir machen also während der eineinhalbstündigen Chorprobe auch noch eine kleine Fika (also Kaffee-pause inkl. Gebäck)! Es tut mir unendlich gut, dieses gemeinsame Singen, Wirken und das Gefühl der Zugehörigkeit, des Verbundensein’s und auch, dass mich die Menschen hier mehr oder weniger offen willkommen heissen und aufnehmen in den Kreis! Und natürlich hebt es meine Sprachkenntnisse immens und das Singen hilft sehr beim Lernen der korrekten Aussprache!

Seraina hat ebenfalls wieder mit dem Waldhorn-Spiel begonnen, einerseits an der Musikschule im Dorf, andererseits in einer Brass Band im Nachbarsdorf! Wir fühlen uns also wirklich richtig heimisch inzwischen, sind Teil eines reichen Vereinsleben und wenn wir ins Dorf fahren grüssen wir bereits rechts und links und halten da und dort einen kurzen Schwatz - wie „zuhause“ eben!


Während des Sommers hat sich unsere Familie hier vergrössert! Am 19. Juni stiess der English-Pointer-Welpe Finn zu uns - er ist nun gut 5 Monate alt aber schon ziemlich gross! Der vife Rüde hält uns sehr auf Trab aber erfreut unsere Herzen ungemein! Wir sind gespannt, was wir mit ihm noch alles erleben dürfen! Momentan muss er lernen ein paar Stunden alleine im Haus zu verbringen, was er recht gut hinkriegt, ab und zu müssen jedoch ein paar Schuhe oder herumliegende Wäsche darunter leiden und wenn wir zurückkommen gibt es ein ziemlich grosses Reklamationsgeheule, aber er schafft es mit jedem Mal besser! Nur unsere zwei Katzen Fläck und Zebra haben wenig Freude am neuen Kumpanen und finden es mächtig unfair, dass dieser Kerl bei uns in der Jurte schlafen darf und sie draussen bleiben müssen.

Flurina hatte in den letzten Wochen oftmals die verantwortungsvolle Aufgabe unseren Finn zu hüten, während wir anderen 3 wie wild im Café gewirkt haben!

Es war nicht immer leicht für die zwei Wirbelwinde, aber sie sind dicke Freunde geworden und Flurina hat auf anderen Ebenen an Selbstkompetenz gewonnen!



Der Tierbestand auf Juvengård wuchs auch anderweitig; wir haben inzwischen 10 eigene Hühner plus einen jüngeren Güggel, welche uns täglich mit einer Vielfalt an unterschiedlich grossen und farbigen Eiern verwöhnen und zu den 5 alten Gute-Schafe sind 7 junge und unglaublich süsse Gotlandschafe hinzugekommen! Eines hat sich in den letzten Tagen verletzt und muss nun regelmässig ein Fussbad erhalten, was unsere Schafeflüsterin Seraina mit einer unglaublichen Geduld und Kompetenz erledigt! Wir sind sehr stolz auf unsere beiden Töchter, die sich auf allen erdenklichen Ebenen weiterentwickelt haben.

Trotz aller Tierliebe hat sich Seraina’s Berufsziel nun anscheinend sehr konkretisiert und sie strebt an, die Gymnasiumsrichtung für ein anschliessendes Medizinstudium einzuschlagen! Es ist bewundernswert mit welcher Willenskraft sie nun darauf hinarbeitet, die wichtigsten Fächern dazu - notabene in Schwedisch - mit godkänd abschliessen zu können! Die Herausforderungen eines neues Schulsystems sind nicht ohne!


ja und nun noch zum allergrössten Brocken - unser Café & Bistro Juvengård!



Es schien im Frühling noch fast unbewältigt-bar, dass wir es hinkriegen, da noch entrümpeln, Schmutz beseitigen, da ein unerwarteter Schaden, eine kaputte Leitung, eine kaputte Maschine, ein heimliches Mäusenest……. doch wir haben es hingekriegt, einen neuen kleinen Steamer einbauen lassen und am 7. Juli war es endlich soweit - wir eröffneten unser Café, ein langgehegter Traum erfüllte sich… und wie!!!! Wir wurden fast überrannt von Gästen und die Neuigkeit verbreitete sich - auch dank eines tollen, wohlwollenden Artikels in der Lokalzeitung - immens schnell! 14 bis 18 Stunden, jeden Tag standen wir plötzlich in der Küche unseres Café’s; kiloweise Fleisch aus der lokalen Schlachterei wurde zu leckeren Speisen verarbeitet, Gemüse und Salat gerüstet und unzählige Kuchen und kiloweise Brot gebacken und hin und her gerannt - wir wussten gar nicht mehr, wie und wo uns der Kopf steht….Dank dem Umstand, dass wir möglichst alles so frisch und nah wie möglich einkaufen, wuchs das soziale Netz ebenso schlagartig!

Unser eigener Anspruch, alles von Grund auf, frisch und ohne unnötige Zusatzstoffe zuzubereiten, stets mit viel Liebe und Achtsamkeit zu kochen und mit Blüten, Blumen und Wildkräutern anzurichten und zu dekorieren, schlug total ein (für viele schwedische Gäste totales gastronomisches Neuland) und fordert natürlich seinen zeitlichen und energetischen Tribut!

Nichtsdestotrotz möchten wir keinesfalls von unserem Konzept abweichen, aber nun gilt es nach turbulenten 2 Monaten Bilanz zu ziehen, die Öffnungszeiten anzupassen und zu schauen, wie wir unser Niveau halten können ohne dass es uns energetisch auslaugt…….. Heinrich und ich arbeiteten fast nonstop durch und vorallem Serainas Einsatz ist kaum zu bemessen - sie ist einfach unglaublich, unsere Grosse <3

Und schliesslich ist Heinrich kein gelernter Profikoch und wir haben da noch einige Baustellen, was die effiziente Ablaufplanung, guter Einkauf und eine tolle Mise-en-place anbelangt! Doch das stört unser Klientel überhaupt nicht und wir haben bereits einige „Stammgäste“ aus nah und fern, die wöchentlich zum Sonntagslunch kommen oder einfach so zum Kaffee oder Mittagessen, teilweise 2 Stunden hin und zurückfahren……… Die Turbulenzen im Café mit Stromunterbrüchen und kaputten Geräten hält leider an, doch wir nehmen es schon schwedisch gelassen - ta det lugt, det ordnar sig, det löser sig - nimms ruhig, das wird sich schon wieder einrenken, wir finden eine Lösung…….

Eine gesunde, realistische und total angenehme Haltung - wenn uns nicht die schweizerische Pedanterie zwischendrin reinfunkt…. :-) Doch ab und zu tut es das und da gilt es einfach nur eines; durchatmen, ein und aus……. es nützt nichts Druck zu machen, auszurufen oder zu verzweifeln, alles zu seiner Zeit……… Wir lernen - wir wachsen - wir erfahren - wir sind!



Eine bunte Mischung aus Touristen, Sommergästen und der einheimischen Bevölkerung hat unser Café belebt und genossen in den letzten Wochen und wir sind uuuuunendlich dankbar für alle Begegnungen, Lernprozesse und jedes Lächeln, welches über die Gesichter der Gäste huschte, wenn sie entweder den heimeligen Gastraum betraten oder einen so wunderbar angerichteten Teller vorgesetzt bekamen! Gestern beispielsweise waren 20 ältere Damen aus dem Dorf zum Mittagessen da und es war so schön, so herzlich, so warm und am Schluss haben sie uns die Gastfreundschaft und das gute Essen - notabene Züri Gschnätzlets mit schwedischen Potatis - mit einem Lied verdankt - mein Herz war unglaublich gerührt! Wir dürfen hier also sein, wirken, teilen, feiern, nähren und genährt werden!


Unser Rezept, unser Traum, unsere Hoffnung und Sehnsucht - es geht auf - je authentischer wir selber leben, wirken und sein dürfen, desto freier und offner wird das Gegenüber, es entsteht Raum zum Sein, Freiheit, Wertschätzung, ein nährendes Miteinander!

Mit uns hier auf Juvengård waren auch verschiedenste Gäste, Besucher und Helfer in den letzten Wochen und Monaten, die einen für länger, die anderen nur für eine kurze Stippvisite - jede Begegnung war einzigartig, jeder helfende Handgriff ein Geschenk! Dafür möchten wir EUCH allen herzlich danken!

Für die Menschen, welche länger mit uns hier waren, war es nicht immer einfach - sich selber in ein so turbulentes, lebendiges Familiensystem, in einen so dichten, arbeits- und temporeichen Alltag hineinzugeben ist nicht ohne und auch für uns war es oft herausfordernd, nebst dem immer noch neuen Leben, den vielen offenen Fragen nach dem Wie, wo, wann und dem immensen Arbeitspensum Gäste zu beherbergen, wenig Raum, Privatsphäre und Ruhe zu haben!

Kann man Abläufe delegieren, welche noch nicht klar, gefestigt, erprobt sind? Kann man Fragen nach dem Wie beantworten, wenn man selber den Weg noch nicht gegangen ist? Was brauchen Schafe, was tun wenn eines lahmt? Wie versorgt man die Hühner richtig, wieviel Futter brauchen sie, warum um Himmels Willen fällt eine Holzbeige zusammen obwohl sie jemand feinsäuberlich ausgerichtet hat, wie soll der Garten erweitert werden, welches sind nun genau die Auflagen des Landwirtschaftamtes, welche Bäumen müsse weg, wie schleift man eine Motorsäge, wo steht das Werkzeug, wie dicht soll das Heu für die Triste gepresst werden, sind denn die Kartoffeln schon reif, welches Viech frisst unsere Kohlblätter, was kann ich dagegen tun - ui nei, schon wieder Gäste, so viel, wieviele, wer hat angerufen, wie funktioniert das neue Kassensystem …….. welche Bohnen kann ich ernten und was soll ich damit anfangen, gibt es noch Platz im Tiefkühler, wie macht man Johannisbeersirup, was bedeutet dies auf Deutsch und was um Himmels willen wollte dieser Gast, der breites värmländisches Dialekt spricht gerade von mir? Wo klingelt das Telefon, wer kann auf Schwedisch antworten, nur Jeannette oder wie? Mama, ich habe keine sauberen Socken mehr und Wieviele Zecken hat der Hund, 10 Stück? Wer hilft Flurina beim Haarewaschen, was, Hunger? Hunger haben wir eigentlich auch noch….. Wo kaufen wir Brennpaste für Réchauds, wieviel Kilo Entrecôte werden unsere Gäste wohl bestellen übers Wochenende? Was kann ich tun, wenn die Waschmaschine kaputt ist? Wie geht das schon wieder mit der schwedischen Buchführung, der Mehrwertsteuer, wer kann unsere Schafe transportieren und wie wird dies korrekt rapportiert……….. und und und………..

Kann man 14, 16, 18 Stunden am Stück arbeiten und dann noch offene Ohren und Verständnis für die Sorgen anderer haben, welche hier nicht in der Verantwortung für den Betrieb, die Kinder, die Tiere, das Café stehen…….. ?!? Dies haben wir nicht immer geschafft - verständlich und schade zugleich! Doch eines weiss ich bestimmt - wir haben stets unser Bestes gegeben, entsprechend unserem Wissen und unseren Ressourcen, die zur Verfügung standen!

Diese erste Sommersaison war also definitiv eine Gratwanderung, eine gewaltige Herausforderung für uns und wir sind trotzdem dankbar - unendlich dankbar dafür! Die Arbeit, der Erfolg hat uns überrollt, wir sind definitiv nicht mit allem zufrieden, oft gab es viel zu wenig Raum für wertschätzende Kommunikation, wenig bis gar keine Zeit zum Durchatmen, zu wenig Zeit im Garten und zu wenig ruhige, nährende Gespräche mit Besuchern und Gästen aus der Schweiz und viel zu viel Arbeit, Unklares, Ungeklärtes, Dichtes, viel zu viel Konzepte im Kopf und fremde Bedürfnisse von aussen und gerade ich wurde manchmal fast aufgefressen bzw. liess mich auffressen von den (unausgesprochenen) Ansprüchen im Aussen, welche ich dann doch nicht befriedigen konnte….. das Arbeitstempo und Entscheidungstempo war zeitweise unglaublich hoch…….. damit muss man erst mal klar kommen :-D 

Glücklicherweise wissen wir nun um Welten besser, welches Knowhow und wieviel Hilfe wir für den nächsten Sommer brauchen werden und dass „Hilfe“ nicht immer gleich „Hilfe“ ist bzw. sich die Frage stellt, wer hilft denn nun wem……! ;-)

Unser Traum bleibt ganz einfach unser Traum, für diesen und uns, die Kinder, die Tiere und den Platz tragen wir hier die Verantwortung und Sorge!

Und diesen, unseren einzigartigen individuellen Traum gilt es nun weiterzutragen, zu verfeinern, zu nähren, sodass er auch uns wieder nähren und weitertragen mag!

Ihr dürft gespannt sein auf unsere Ideen - wir sind es auch!


Von Herzen und mit bereits herbstlich frischen Grüssen aus Småland Jeannette und die Juvengård-Familie!




Es naht - der Sommer liegt in der Luft….

Liebe Leser


es hat wiederum etwas gedauert bis ich Zeit und vorallem Musse gefunden habe unseren Blog zu aktualisieren! Meistens gelingt mir das nur dann, wenn Heinrich in der Schweiz weilt… ;-)

Nun ist es bereits Frühling, bald sind wir 11 Monate hier auf Juvengård - die Zeit verging so unglaublich schnell und doch erscheint es mir fast so, als würden wir seit Anbeginn der Zeit hier leben, wir haben unseren Norden, unser Herzens- bzw. Seelenzuhause gefunden…

Kanutour auf dem Juven


Der Frühling in Småland war - genau wie der Winter - viel zu trocken. Das momentane Grundwasserniveau ist so tief wie seit 100 Jahren nicht mehr, was den Bewohnern bereits im Mai grosse Sorgen bereitet! Das Wasser für den Garten können wir momentan noch sicherstellen, glücklicherweise sind wir mit einer eigenen Quelle und einem Tiefbrunnen gesegnet - doch es brennt schon in einigen Wäldern der Umgebung, Brunnen versiegen - wie lange mag es wohl so weiter gehen…? Diese Umstände erzeugen ein nicht gekanntes Gefühl der Machtlosigkeit - es liegt ausserhalb der eigenen Handlungsfähigkeit, ausgeliefert und verwundbar im ganzen menschlichen Sein - kein Funke an Selbstwirksamkeit vorhanden… das lähmt und ängstigt bis ganz tief hinein! Doch auch dieses Gefühl und diese Umstände im Aussen passen hervorragend in unseren allgegenwärtigen Prozess des Loslassen’s, des Neu anfangen, des Ausharren und Geduld haben, des unumgänglichen Lernen und der Konfrontation mit dem ewigen Übergang

Nun denn, Geduld brauchen wir auf allen Ebenen, mit uns als Familiensystem, jeder mit sich, mit den Tieren, dem Lauf der Natur, der Bürokratie, unseren Energiereserven - und mit den Küchengeräte-Lieferanten :-) 

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Ikea-Fahrräder darf man zusammen bauen - ob mein Liebster es ein weiteres Mal für mich tun würde?!? :-)


Wir haben im Café renoviert und geputzt wie wild und warten nun eigentlich nur noch auf die neuen Geräte…. aber auch die nordische Uhr tickt etwas langsamer als die schweizerische Präzisionsmaschine - ta det lugnt, det kommer, det ordnar sig - eine Gelassenheit, welche mir eigentlich gut tut…….. Es kommt, wann und wo es kommt aber wir dürfen euch sagen, es kommt - auch die Café-Eröffnung naht! Wir freuen uns und sind gespannt!

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Karma Yoga

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Inventur


Inzwischen übe ich mich im Backen verschiedenster Rezept, Seraina hat schwedische Hausmannskost-Rezepte gekocht und wir haben die halbe Ikea leer gekauft! :-)

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Zu unserer grossen Freude steht auch endlich unsere Juvengård-Jurte, dank tatkräftiger Mithilfe von arbeitswütigem und windresistentem CH-Besuch - wie sind wir dankbar, dass wir nun wieder rund und belüftet schlafen dürfen  -  das Gefühl von Geborgenheit, Vertrautheit und Wärme lindert auch etwas die Sehnsucht nach der Jurtendorf-Familie und vielen Freunden - die ja, die eben doch ab und zu fehlen - Gespräche, Tiefgang, Lachen, Singen im Kreis, getragen und gehalten und gestützt werden…… trotz aller Technologie, Videotelefonie und den digitalen, sozialen Netzwerken - nichts ersetzt die Umarmung eines Freundes, eines wohlgesonnenen Herzen’s……..<3


Unsere zwei Teenager sind eine wahre Freude, Flurina ist enorm aufgeblüht im neuen Umfeld, lernt und wirkt gewaltig und hat kürzlich am Sporttag in der Stadt sogar zwei Medaillen gewonnen - wie warm wird da das Elternherz!



Seraina, bald 16 und somit wirklich erwachsen hat sich nun doch durchgerungen, Schwedisch zu sprechen und sich Fehler zu erlauben - mit Erfolg und dem Effekt, dass ihr Alltag leichter, erfolgreicher und verständlicher wird und ihr soziales Netzwerk gewachsen und ihre Persönlichkeit enorm an Attraktivität zugelegt hat ;-) Es ist eine Freude und eine grosse Erleichterung zu sehen, fühlen und hören, dass unsere Entscheidung die beiden Mädchen auf erdenklich allen Lebens- und Entwicklungsebenen fördert, nährt und bereichert! 


Tja, nur die Ruhe und Erholung - so wie sie uns unsere zwei Katzen vorleben, diese müssen wir uns hart erarbeiten! Doch aufgeben ist nicht drin - auf keiner Ebene! :-)

Wir haben also inzwischen gelernt, Schafe zu scheren, Pferdehuf zu pflegen, mein Gartenwissen wird jeden Tag grösser und es gibt mir unheimlich viel Befriedigung und beschert mir tiefe Momente der Dankbarkeit und des Glückes, wenn ich in meinem Garten wirken darf und sehen kann, wie es wächst, gedeiht, wie sich die Natur entwickelt und wie ich mit den Schnecken, den Erdraupen und den Ameisen teilen darf ;-)

Wir haben einige junge Obstbäume neu gepflanzt und die Beerensträucher werden zu vermehren versucht - es bleibt also spannend!



So vergehen unsere Tage also im Fluge - sie sind angefüllt mit viel körperlicher Arbeit, mit frischer Luft, Wind und Blütenstaub - oft ist es eine Herausforderung, den Fokus zu halten - zuviele Baustellen sind sichtbar auf dem Weg zum Eigentlichen, zu leicht bringt einem der Westwind aus dem Gleichgewicht!

Die Nächte sind bereits kaum mehr als Nächte zu betiteln, es wird nur noch schwach dunkel und die Sonne geht morgens um vier Uhr schon wieder auf - Midsommar naht mit grossen Schritten - welche Freude! Hoffentlich dürfen wir dann die ersten Gäste im Café begrüssen dürfen - das Ziel ist gesetzt!


Liebe Leser da draussen - wir freuen uns über euer Interesse, über jedes Mail, jede Nachricht und Flurina freut sich weiterhin vorallem über jede Postkarte, welche uns erreicht! Wir wissen und sind überzeugt, es wahr so wichtig und richtig, hier anzukommen, trotzdem gibt es Sehnsucht nach Vertrautem und wenn wir gefragt werden, was wir denn am meisten vermissen - nein, keine Schweizer Schokolade (auch wenn der letzte Besuch wirklich leckerste Läderach Schoggi vorbei gebracht hat - DaNkE dafür!), kein Aromat (ehhhh total wäääägi) und keine Schweizer Pünktlichkeit - es sind und bleiben einzig und allein: Menschen - Begegnungen - Austausch………

Also scheut euch nicht, schreibt uns, erzählt eure Geschichte, teilt eure Gedanken, ruft an, kommt vorbei…….wir freuen uns über jedes Zeichen - denn Blog schreiben ist eine unglaublich einsame Angelegenheit :-)

z.B. waren gestern zwei Besucher aus unserer alten Wohngemeinde hier, wir haben uns vorher nicht gekannt, nur dem Namen nach, doch eine Kollegin hat den Kontakt vermittelt! Wir haben zusammen Kaffee getrunken und zwei Stunden gemütlich geplaudert - es wurde eine unerwartet berührende Erfahrung - Verbundenheit, welche bleibt!


Wir wünschen Euch allen von Herzen frohe, friedvolle und wärmende Tage, gärtnert, geniesst, feiert, grillt und badet - wir tun es auch! 


Von Herzen - von Juvengård - Jeannette





Frühling - Ostara - Våren kommer…

Liebe Alle ausserhalb von Juvengård :-)


Ja, ungefähr so fühlt es sich für mich gerade an - es gibt ein Leben auf Juvengård und eines ausserhalb dieser 7 Hektaren …       

und momentan erlebe ich mich selber als zutiefst im Zentrum von Juvengård drehend….ohne jedoch das Zentrum sein zu müssen - wie befreiend! ;-)

Der Frühling hält langsam Einzug, auch wenn es kein Winter nach unserem Gusto war, die Schneefräse blieb fast arbeitslos - es war zu warm, besorgniserregend trocken, es gab kaum eine länger als 10 Tage währende Schneedecke - das hatten wir uns doch etwas anders vorgestellt! 

Aber nun ist es, wie es eben ist…


Seit einigen Tagen sind die Gänse zurück am See und ein Kranichpaar erquickt, ja erfreut uns durch seine Präsenz hier auf dem Platz - welch stolze Tiere, welch imposante Flügelspannweite und welchen Lärm sie machen! Überall blühen Schneeglöckchen, die Krokusse stecken ihre Köpfe langsam durch die oberste Schicht und in unserem Garten hat sich sehr viel getan in den letzten Wochen. Es ist ein ziemlicher wilder und lebendiger Garten am Entstehen, es liegt weder ein einheitliches Material- noch Baukonzept vor, die Anbauplanung basierend auf den Gedanken der Mischkultur und Fruchtfolge macht mich fast wahnsinnig und bunt gemischt zeigen sich momentan die imposanten Rohstamm-Hochbette neben Pallkragen-Beeten und auch ein erstes ungenormtes, sozusagen wildlebendes Hügelbeet ist in Entstehung…

Flurina unterstützt mich tatkräftig beim Säen und Vorkultivieren der Pflanzen im Haus und hat tausend Ideen, was wir noch alles säen könnten. Für mein Abschiedsgeschenk, ein bunt gemischtes Samensäcklein aus Blumen- und Gemüsesamen, haben wir ein extra grosses Beet frisch aufgeschüttet und wir warten nun gespannt, was sich bei dieser willkürlich ergebenen Mischkultur wohl alles zeigen wird. Das Ratespiel kann beginnen :-)


Seit meinem letzten Eintrag hier sind fast 3 Monate vergangen, drei laaange, intensive Monate, gefüllt mit Schwedisch lernen, Ankommen und vielen Veränderungen innen und aussen - so viele Dinge sind durch unsere Finger, Hirnwindungen und Münder geflossen, dass es weder möglich war, diese für die Allgemeinheit zu formulieren noch diese überhaupt irgendwie in Worte oder Formen zu fassen………… 

Unzählige Ideen, Gedanken, Ängste, Wünsche, Erlebnisse und Begebenheit im Aussen und ganz tief innen sind durch unsere Herzen gewandert und wurden in der Ruhe des Winters oft in völliger Stille angesehen, gefühlt, oft nicht mal geteilt, beleuchtet, erhellt von wunderschönen Wintervollmondnächten, transformiert oder einfach Kälte atmend ziehen gelassen…wie schön, wie befreiend, wenn es plötzlich genügend Stille, Dunkelheit, Weite und Raum gibt für solche Prozesse, wenn nicht kommuniziert, erklärt, gerechtfertigt werden muss - weder innen noch aussen. 

Fazit; wir haben den Winter sehr genossen und die langen Nächte haben uns die so dringend benötigte Ruhe verschafft!






Nun werden die Tage merklich länger, morgens um halb 6 Uhr stehe ich bereits im Licht des erwachenden Tages; die magischen Farben des nordischen Himmels haben mich schon wieder voll in ihrem Bann. Eine Stunde später begrüssen mich die Schafe sowie Sif und Walsi freudigst zum Frühstücksbuffet. Die Tiere sind uns zu wichtigen Begleitern und Freunden geworden. Gerne möchten wir die Schar mit Hühnern ergänzen, doch aufgrund der Vogelgrippe ist momentan für Federvieh In-Haus-Haltung verordnet, sodass ich mich entschlossen habe, noch ein paar Wochen zu warten mit dem Anschaffen von Hühnern.



Mitte Februar waren die Mädchen - der erste Flug für die beiden - und ich für eine Woche auf Besuch in der Schweiz - welche Achterbahn der Gefühle! Viel zu viele Besuche wollten wir in diese sieben Tage packen, wir rangelten uns von einer Wiedersehensfreude zum nächsten Abschied jeweils innerhalb weniger Stunden! Es war sehr anstrengend aber auch sehr schön…..nur werden wir ein solches Besuchsprogramm nie mehr wiederholen :-) Die Erfahrung war sehr wertvoll und genau richtig für den momentanen Stand in unserem Sein und hat unseren Entscheid des Auswandern’s und den Neuanfang hier in Schweden nochmals sehr gut untermauert und akzentuiert! Mir wurde bewusst - in welchem baulichen Luxus wir in der Schweiz gelebt hatten, ohne es jeden Tag geschätzt zu haben - wie wertvoll die zwischenmenschlichen und sozialen Kontakte waren, welche wir zurückgelassen haben -  wie tief und tragend aber Verbindungen über die Distanz sein können -  wie stressig und dicht es in der Schweiz zu und her geht - wie überfordert wir nach wenigen Monaten hier auf dem Land mit dieser Dichte an Menschen, Geräuschen, Tempo sowie Konsumgütern und Kaufverlockungen waren….. allein in der ersten Stunde auf dem Weg vom Flughafen zu unserer ersten Destination meinte ich mehr Menschen und Autos gesehen zu haben als in den ganzen 7 Monaten davor……




Eine der schönsten und wertvollsten Erfahrungen an dieser Woche in der Schweiz war jedoch die Heimreise :-) Beide Mädchen sind in Kloten in den Flieger gestiegen und haben durchgeatmet - endlich geht es wieder nach Hause, nach Juvengård, zu den Tieren, in den Garten - und natürlich zu Papa! Flurina ist am ersten Schultag am Morgen um 6.46 Uhr freudestrahlend zum Schulbus gerannt und meinte beim Einsteigen auf Schwedisch „endlich bin ich wieder da“…….. alle unsere Befürchtungen, dass der Besuch bei Familie und Freunden Wunden aufreissen könnte oder Widerstände schüren und nähren würde, waren unbegründet…….. ja, wir sind also voll  und ganz hier angekommen und auch die Kinder haben ihr Zuhause „wieder“-gefunden. 

In der Schweiz wurden wir oft gefragt, was wir hier oben vermissen und was wir gewonnen haben! Die Antwort war bzw. ist eigentlich sehr schnell und leicht gefunden: Am meisten vermissen wir Frauen (Heinrich  müsst ihr selber fragen!) die sozialen Kontakte, den regelmässigen Austausch mit den Nachbarn, mit den Kindern im Quartier oder mit meinen Freundinnen im Chor! Allerdings sind die Mädchen inzwischen auch hier schon sehr gut integriert im sozialen Schulalltag und wenn ich einkaufen gehe ins Dorf, ergibt sich auch für mich zu 95 % ein Gespräch mit einem bekannten Gesicht - ja ja, man muss auch sagen, natürlich sind die Åseda-ianer durchaus auch neugierig auf uns verirrte Schweizer und das Kontaktschalten fällt uns doch leichter als gedacht :-)



Am meisten gewonnen haben wir - im Moment betrachtet - eine neue Dimension von Familienleben und -Frieden! Wir sind uns viel näher gekommen in allem und trotzdem sind die alltäglichen Reibungen und hormonell gesteuerten Kämpfe viel seltener und vorallem milder geworden! Wir leben miteinander und füreinander, arbeiten Hand in Hand und wissen alle, dass wir einander im Alltag mehr „brauchen“, aber das Dasein und Zusammensein auch mehr schätzen als je zuvor! Was will man mehr?  Okay, es gibt die Tage, da denke ich, wie angenehm es doch wäre, eine Badewanne zu haben, ein zweites Klo, am Morgen beim Aufstehen einen warmen Fussboden…… doch unsere Aussenbeleuchtung, der nordische Sternenhimmel ist tausendmal spannender als ein beleuchteter Gehweg und den Luxus, singend, trommelnd oder - wenn gewünscht - sogar nackt zwischen Haus, durch den Garten, an den See und hinein in die warme Sauna zu tanzen, gemeinsam mit den wilden Hasen, Rehen und anderen nächtlichen Wesen des Platzes, diesen Luxus muss man erst mal finden :-))) Unser grösster Gewinn ist also mit Freiheit, mit Raum zum Atmen und Sein, mit Stille und Präsenz, mit mehr Gelassenheit und einem achtsameren Leben im Hier und Jetzt zu formulieren.


Nun geht es raus aus den philosophischen Gedanken, raus aus der Winterruhe direkt und mit Vollgas hinein in den Frühling - hinein ins Gartenjahr, das sicherlich viel Spannendes und Lehrreiches bringen wird, hoffentlich auch viel Fruchtbares und eine süsse, nährende Ernte - hinein ins Renovieren und Reinigen des Kaffee’s und hinein ins Leben draussen und ins Leben mit Besuch….. auch wenn es mir noch scheut vor dem Gedanken an die vielen Menschen, die plötzlich hier auftauchen werden… so weiss ich auch, dass der Platz sich freut, wieder belebt, bearbeitet und genossen zu werden!

Apropos Gäste: momentan kommen oft Anfragen für Ferien- oder Übernachtungsmöglichkeiten bei uns auf Juvengård! Da unsere Hausverkaufsphase in der Schweiz so zeit- und ja, auch kostenintensiv war, stehen uns momentan weder die materiellen noch energetischen Ressourcen für einen schnellen Ausbau von Juvengård zur Verfügung! Es werden also im Sommer 2017 noch keine weiteren Gästeschlafplätze zur Verfügung stehen! Einige Weltenbummler haben zwar ihren Besuch angemeldet, unsere Türe steht auch immer offen für spontane und unkomplizierte Abenteurer und wir freuen uns über jeden Besuch, aber Ferienstuga’s können noch keine gebucht werden! Wir halten euch aber auf dem Laufenden über unseren Auf- und Ausbau - gut Ding will Weile haben……wie ich einleitend schon geschrieben habe - es ist gut, wie es ist!



Herzlichste Grüsse aus Småland - geniesst alle den erwachenden Frühling und nehmt die Ruhe, Stille und Präsenz des Winters im Herzen mit - auf dass der Same aus dem Frost der Sonne entgegen keimen mag……


Jeannette


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PS : dieses letzte Bild; ein starke Pflanze, welche aus der Öffnung im Wirbelkanal eines uns unbekannten Tieres wächst, widme ich vorallem Gimmli und Melanie :-) Ich hoffe, Ihr liest es! :-) Auf in den https://www.pflanzechreis.ch/ -  Wir vermissen EUCH! 


GOD JUL TILL ER ALLA!


„Tänd ett ljus och låt det brinna 

låt aldrig hoppet försvinna 

det är mörkt nu men det blir ljusare igen

Tänd ett ljus för allt du tror på 

för den här planeten vi bor på 

tänd ett ljus för jordens barn…“



Liebe Herzensmenschen, Freunde, Bekannte, Interessierte und Neugierige

Nu är Julafton här - es ist Heiligabend! Weihnachten steht vor der Tür!  

Unser erstes Weihnachten auf Juvengård - in Sjömillan, Åseda, Sverige! Welche Freude!


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Soviele Wünsche und Träume wurden für uns im Laufe dieses Jahres wahr, welche in keine Geschenkpapierrolle gepasst haben! ;-) Wie die heilige Familie damals haben wir uns auf eine lange Reise begeben, „schwanger mit Ideen“, sind den Sternen in unseren Herzen gefolgt und finden uns nun täglich im Stall wieder zwischen Schafen und Pferden. In der Wiege unserer Herzen wächst ungekannte Stärke und Zuversicht heran und das neue Zuhause mag uns inzwischen Wärme und Geborgenheit vermitteln. 

Nach gut 5 Monaten können wir daher konstatieren, wir haben eine gute Entscheidung getroffen - auch wenn es Stolpersteine, Rückschläge, Momente der Schwäche und Zweifel gab, gibt und geben wird! 

Heute zu Heiligabend kommt nebst der Freude und dem starken Gefühl unserer Wahrheit doch etwas Wehmut auf - wie schön wäre es jetzt, einige von Euch persönlich umarmen zu dürfen statt nur über’s WWW ein paar Zeilen zu schicken! Bemerkenswert finde ich auch dieses seltsame, gänzlich fremde Gefühl, welches sich besonders heute einstellt - wenn etwas Vertrautes, Altbekanntes, Zelebriertes wegfällt entsteht durchaus etwas wie Chaos innen drin……. 

In den letzten Tagen in der Schweiz hörte ich oft solche Sätze wie „an Heiligabend feiern wir WIE IMMER bei meinen Eltern“ oder „ach ja, dann MÜSSEN wir eben dahin, das war schon all die Jahre so, traditionellerweise eben"………… Bei einigen Sätzen schwang im Unterton ein Muss, ein Zwang mit, weil es schon immer so gemacht wurde, muss es weiterhin so geschehen, es gibt keine Wahl……! Und in all dem Müssen und Altbewährtem geht oft das Dürfen verloren, es wird zum Muss, zu leidigen Soll………und es geht vergessen, dass wir täglich die Wahl haben und es auch als Geschenk auffassen könnten…..    

In diesem Jahr sind mir diese Untertöne speziell aufgefallen, denn ich für mich wusste genau, bei uns wird es weder ein Muss noch ein Soll geben, niemand, der uns erwartet, weil es denn immer schon so war…. - ein gänzlich neuer Julafton 2016 präsentiert sich uns. Niemand erwartet heute unseren Besuch - es wäre plötzlich etwas Aussergewöhnliches, ein unerwartet grosses Geschenk, wenn wir denn doch vor der Türe stehen würden….. 

Dieses Gefühl und diese Erkenntnis sind eine der nachhaltigsten Erfahrungen, welche ein solches Projekt wie Auswandern mit sich bringt - die geflügelten Worte wie „ willst du gelten, komme selten“ haben wir genauso erfahren und erspüren dürfen wie „aus den Augen, aus dem Sinn“! DOCH wir haben auch ein neues Dürfen, eine neue Verbundenheit und Intensität erfahren dürfen - sozusagen im komprimierten Austausch :-) Und jene Verbundenheit, welche nicht distanz-definiert existiert ist eine der wertvollsten ihrer Art!


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Nach den eher kritischen Tönen möchten wir nun jedoch mit euch Allen unsere Frohe Botschaft dieses Heiligabends teilen: 

Am 20.12.2016 haben wir ENDLICH unser Haus im Bügelhof in neue Hände übergeben dürfen! Nach einigen intensiven Abschlusstagen und einem wahren Zeitkrimi war es soweit - morgens früh noch vor Sonnenaufgang setzten vier glückliche Menschen ihre Unterschrift auf den Kaufvertrag - die Verkäuferschaft höchsterleichtert loslassen zu können, die Käuferschaft freudestrahlend und  hocherfreut empfangen zu dürfen! Die Waage bleibt somit im Gleichgewicht und wir sind zutiefst dankbar, dass eine lässige Familie nun „unser“ Haus im Bügelhof mit neuem Leben erfüllen wird! Mit grosser Dankbarkeit im Herzen für die intensiven 6,5 Jahre in Schübelbach und dem Wissen, dass die Freundschaft mit wertvollen Menschen uns immer wieder dahin führen wird, sassen wir zwei Stunden nach dieser wegbereitenden Unterschrift bereits am Flughafen und freuten uns auf den „Heimflug“ nordwärts! Nun gilt es für uns die letzten CH-Formalitäten zu klären und abzuschliessen um uns dann endlich mit ganzem Fokus auf unser Projekt Juvengård einlassen zu können. 

Dies ist unser grösstes Weihnachtsgeschenk!                                               DANKE an ALLE (ihr wisst schon selber, wenn ihr gemeint seid!), welche uns und unseren Traum im 2016 in irgendeiner Art und Weise unterstützt haben, ideell, materiell oder mit ihrer ganzen Körperkraft! Ohne eure Unterstützung, euren Glauben an unsere Vision, euren Mut und eure Tatkraft hätten wir den Schritt im Sommer nicht geschafft! Doch so konnten wir nun ein leeres Haus frei von materiellen und emotionalen Altlasten übergeben und hier auf Juvengård in den letzten 5 Monaten unsere Energie einfliessen und sich entfalten lassen!

In diesem Sinne TUSEN TACK OCH GOD JUL TILL ER ALLA!


Leider haben wir auch keine weissen Weihnachten hier in Småland! Doch die neue Snöslunga steht bereit ;-) Wir geben die Hoffung nicht auf ;-)

Und machen uns nun auf in unseren Wald um den geeigneten Tannenbaum zu finden, welcher bald auch von unseren Schweizer Freunden bestaunt werden soll - FROHE WEIHNACHTEN - GOD JUL - MERRY CHRISTMAS!


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för tredje gången…


ZARTES LICHT

AN DIESEM MORGEN 

ERLEUCHTE 

WAS BISHER VERBORGEN 

LASS ES SCHEINEN 

IN DEIN HERZ UND 

DEINEN GEIST 

AUF DASS DU IMMER 

MEHR DU SELBER SEIST


Dieses wunderbare Lied (Quelle mir leider unbekannt) durfte ich kurz vor unserer Abreise von Andrea im Jurtendorf lernen. Seitdem begleitet es mich fast täglich hier auf Juvengård - und lässt mich ab und zu Land und Leute unterhalb des Napfs vermissen! 

Dieses spezielle Licht des Norden’s fasziniert mich jedes Mal von neuem - vor allem die Schattierungen, Farben und Stimmungen zu den Übergangszeiten sind hier einfach einmalig, magisch, berührend… 



Nun naht der nächste Übergang, Samhain steht vor der Tür und ab heute nachmittag haben alle Kinder in Schweden für eine Woche „Höstlov“, also Herbstferien. Wahrlich - der Herbst hat nun definitiv seinen Schleier über Småland gelegt; es ist windig, kälter und feucht - aber wir sind unendlich dankbar für jeden Tropfen Regen. So hiess es also die letzten Tage viele Vor-Winterarbeiten draussen zu erledigen - Sommerleitungen aufrollen, Boot einwintern, den Stall freiräumen, dass die Silage Platz finden wird, Holz auffüllen ect. Der erste Frost war da, die ersten Schneeflocken sind gefallen und letzte Nacht zog es uns mächtig um die Ohren! Wir erwägen den Kauf einer Wärmepumpe für unser Haus - doch wir werden sehen…..

Die letzten Wochen zählen zu den intensivsten unseres Lebens - sie erscheinen mir ähnlich intensiv wie damals die Wochenbett-Zeit :-) Wir freuen uns daher sehr auf die hoffentlich ruhigen Höstlov und haben uns eine Familienwoche verordnet - am Morgen bitte nicht schon um 5.15 Uhr aufstehen, zusammen sein, geniessen, gemeinsam Schwedisch lernen und ganz wichtig, endlich ein Schneetaugliches Auto und Beleuchtung sowie die erste Jul-Deko für unsere Fenster organisieren!

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Wie bereits erwähnt ist hier extrem viel passiert! Ich werde es nicht schaffen, alles zu beschreiben, wer mir jedoch auf Facebook folgt, kennt all die wunderbaren Fotos! Aber bedenkt, meist teile ich natürlich nur die schönen, stimmungsvollen und lässigen Fotos und Berichte mit der Welt da draussen! ;-) 

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Heinrich weilte diesen Herbst also für zweimal zwei Wochen in der Schweiz und er hat es wahrlich genossen, seiner Passion, dem Dozieren und Unterrichten zu frönen, bekannte Gesichter zu treffen, zu fachsimpeln, Freunde und Familie zu besuchen, mit Lama Kunsang zu arbeiten und sich die Haare professionell zu Wikinger-Zöpfen flechten zu lassen :-) 

Morgen kommt er zurück und wir sind gespannt auf alle Neuigkeiten aus der Schweiz.





Hier allein auf Juvengård zu sein, allein mit der ganzen Verantwortung für Kinder, Tiere, Haus und Hof auf den Schultern, war nicht immer ganz so leicht für mich und dementsprechend verspannt fühlt sich mein Nacken an - ich freue mich daher auf eine entspannende Willkommens-Sauna mit Heinrich. Jeder Tag stellte mich vor neue Herausforderungen und der Alltag testet mich gerade sehr! Ich weiss nun also sicher, dass ich perfekt Feuer machen kann, im Notfall wohl sogar eine Autobatterie wechseln und eine Motorsäge bedienen könnte, Quad fahren ist eh schon leicht, Sicherungen wechseln, Schlösser enteisen, auf Schwedisch mit der Polizei, der Bank, der Schule oder der Vårdcentral konversieren geht also auch - wenn auch notgedrungen…. Mein diszipliniertes physisches Training und jede Therapiesitzung in den letzten CH-Monaten ist nun Gold wert! DANKE!

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Oft schaue ich nachts zum Fenster hinaus und sehe nichts weiter als dunkle, tiefe, schwarze Nacht - zu Neumond und bei bedecktem Himmel war diese tiefe Schwärze, das Nichts extrem. So dunkle Ecken muss man in der dicht besiedelten Schweiz fast schon suchen…. da überkommt einem schon mal ein mulmiges Gefühl - aber gleichzeitig fühle ich mich immer auch extrem dankbar, in diesem Wunder von Universum, auf diesem wunderbaren Fleck Erde, genau hier und heute atmen, leben, wirken und lieben zu dürfen…..


I live in a beautiful body * I go with an open mind      

a loving heartbeat within me * the best place for my soul to find 

to walk on this beautiful planet * under the open sky 

nourished by sweet loving water * so i will no more deny


Diese Zeilen haben wir so vielen Menschen zum Abschied zusammen mit unserer Adresse in die Hand gedrückt, es wurde zu meinem täglichen Mantra da und hier und ich durfte sie bei meinem Übergangsritual im Frauenchor singen - welch wunderbares Geschenk haben die Frauen mir da ermöglicht und mitgegeben! Apropos Geschenk; von genau diesen tollen Frauen habe ich für jeden Monat des ersten Jahres hier ein Geschenk erhalten…. ich sage euch, es ist immer ein riesiges Fest am Ersten des Monats (juhui, nächste Woche wieder…) ein Geschenk zu öffnen! Flurina „vergizzelt“ immer fast und ich bin gespannt, was zum Vorschein kommt und von wem es wohl ist! Gut, ich bräuchte es wohl nicht so genau zu schreiben, ihr werdet wissen, wie dieses Szenario jeweils endet?! Ich sitze hier, im linken Auge Tränen der Freude und Dankbarkeit, im rechten Tränen des Abschiedschmerzes und etwas Sehnsucht und bin tief berührt über die meist extrem persönlichen, wertschätzenden Zeilen und die so bewusst und passend ausgewählten Geschenke…. welch wunderbare Ideen, welch wunderbare Zeichen der Verbundenheit über die Grenzen und Distanz hinweg wurden mir da mitgegeben! Frauen, das gemeinsame Singen und ihr alle fehlt mir….

Vielleicht könnt ihr es zwischen den Zeilen lesen - zum ersten Mal seit rund 3,5 Monaten herrscht hier etwas „Heimweh-Stimmung“ - die Euphorie und der Zauber des Neuanfangs sind etwas verflogen, es ist Alltag eingekehrt, die Müdigkeit des Herbst hält Einzug und wir spüren auch, wieviel wir hier in den ersten Wochen körperlich und seelisch geleistet haben - und das ist gut so! Es darf ruhiger werden, es darf alles etwas abflauen und wir dürfen müde sein…. So gibt es mehr Zeit zum Innehalten, vor dem Kamin liegen, zum neu ordnen, zum Email’s beantworten, Formalitäten erledigen UND zum Schwedisch lernen :-) 

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Letzte Woche fanden beim SFI ( Svenska för invandrare) die nationalen Prüfungen statt. Da wird geprüft, ob man das Niveau der jeweiligen Stufe schon erreicht hat und allenfalls aufsteigen kann! Da ich „väldigt duktigt“ gearbeitet habe (das Lernen in all den Monaten vor Schweden zahlt sich nun aus!) durfte ich nach dem Introduktionskurs gleich ins C-Modul einsteigen, ich meine, dies entspricht etwa dem europäischen A2 Niveau. Nach gut 4 Wochen habe ich also nun auf dieser Stufe die Test geschrieben und es gefühlsmässig wohl ganz gut hingekriegt! Es wird sich zeigen, ob ich nach den Ferien in den D-Kurs darf …. Die Sprache zu lernen ist unabdingbar, sie öffnet Tür und Tor, im Alltag und in die Gesellschaft und ebenso bringt sie leichter ein Verständnis für die Mentalität und schafft leichter Zugang zu den Herzen der Menschen! Für mich als Sprachfanatikerin und vermeintliche Plaudertasche ist es allerdings gerade noch recht frustrierend, ich hätte nämlich soviel mehr zu sagen als es mein Wortschatz vermag…. :-( umso motivierter lerne ich also täglich Schwedisch und freue mich über jeden Satz mehr, den ich mit dem Busfahrer, dem Kassier im Coop (den gibt es hier auch!) oder mit den Lehrpersonen wechseln kann. Sehr berührt bin ich durch den SFI auch von all den Geschichten der unzähligen Flüchtlinge - auch auf dem Land, in unserem kleinen Mikrokosmos lässt einem das Weltgeschehen nicht kalt! Die Menschen, mit welchen ich mich austauschen kann und darf erzählen mit wenigen Worten und mit viel Gefühl und ihren Augen vom Leid und Schmerz des Krieges, von der Sehnsucht nach Heimat, vom Unwissen, wie es ihren Liebsten geht und ob diese den jeweiligen Tag überleben ….. Da sitzen vom Analphabeten über die 8-köpfige Mutter bis hin zum Lehrer, Arzt oder Physiker die unterschiedlichsten Menschen neben mir und ich bin beeindruckt, wie gross teilweise die Motivation zum Lernen ist und kann nur erahnen, wie schwer es für arabisch- oder Tigrinya-sprechende Menschen sein muss Schwedisch zu lernen! Ich jedenfalls sähe sehr alt aus, wenn ich im selben Tempo Arabisch lernen müsste…… Wenn ich da so zurück denke an meine politischen Aktivitäten in der Schweiz oder all die rechts-populistische Propaganda in den Medien (ja, solche Stimmen gibt es auch in Schweden)… so bin ich dankbar, ich habe wieder so einiges dazugelernt in den letzten Wochen! 

Die räumliche Veränderung schafft, ermöglicht und erfordert aber auch ein grosses Mass an innerer Veränderung! Wir gehen als Wesen, als Familie und auch als Paar gerade durch anspruchsvolle Zeiten, stehen in einem interessanten, aber auch fordernden Prozess miteinander -  aber glücklicherweise sind es frei gewählte Zeiten des Wachstum und der Herausforderung! Wie kann man freiwillig aus der reichen, wunderschönen Schweiz nach Schweden kommen - dies ist wohl die am häufigsten an uns gestellte Frage hier - sowohl die Schweden sowie viele der Flüchtlinge können dies kaum nachvollziehen. In meiner mündlichen Prüfung am Mittwoch frage mich die SFI-Lehrerin, was mich dazu bewogen hat, ein grosses, modernes, stets warmes und gut beheiztes CH-Haus gegen „ett litet, rött, gammalt svenskt hus“, wo es gerade durch alle Ritzen zieht, einzutauschen…… 

Diese Fragen zu beantworten ist nicht immer leicht - die Liste der Pro und Kontras ist lang, aber die Antworten des Herzen’s, der Seele sind immer so klar, dass es keine grossen Diskussionen braucht!

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Somit möchte ich für heute hier ebenfalls schliessen und mich bedanken bei allen, welche unser Wirken und unser Sein hier mitverfolgen, mit ihren Gedanken mittragen und unterstützen! Wir freuen uns über eure Zeichen, über Post und Pakete mit warmen Wollsocken und Filzpantoffeln, mit Handschuhen, Bambu Getreidekaffee und Lindorkugeln oder einer richtigen Servelat - von all diesen Sachen können wir hier kaum genug haben! :-) :-)

Spass beiseite - denn - denkt daran - unser grosses, gut beheiztes CH-Haus ist noch immer zu verkaufen…

Ha det så bra! Vi ses och tack för idag!

Jeannette


PS: wie gesagt, folgt uns auf Facebook; sowohl Heinrich wie auch ich sind momentan sehr aktiv da oder erfahrt alles über unsere neuen Projekte in der Schweiz oder auf Juvengård !

Wem unser tolles neues Logo aufgefallen ist; Jessica Loi und ihre Arbeiten sind wärmstens zu empfehlen!

10:22

2. Bericht Ende September 2016

An die Welt ausserhalb von Juvengård :-) 

Liebe Familie, Freunde und Herzensmenschen

Ich habe mich entschlossen, KEINE grossen Email-Versande mehr zu machen sondern unsere Etappenberichte hier im Blog zu veröffentlichen! Einerseits um zu verhindern, dass sich jemand durch mein Email unnötig belästigt fühlt andererseits auch, damit ich allen, welche wirklich möchten, die Möglichkeit zum Lesen schenken kann :-)


Seit meinen letzten Zeilen sind rund 6 Wochen vergangen - intensiv ist und bleibt es hier wohl noch ne ganze Weile! Viele Nachrichten gingen in den letzten Tagen bei uns ein - eine Frage war omnipräsent: Wie ergeht es den Kindern in der Schule? Gerne möchte ich Euch ein wenig davon berichten!

Flurina besucht nun also die Grundsärskolan in Lenhovda, welches rund 30 km von Åseda entfernt liegt. Es ist eine kleine heilpädagogische Einrichtung, welche momentan von rund 15 Schülern besucht wird! Flurina ist in der 7. Klasse mit drei anderen Schülern, einer Lehrperson und 2 Assistentinnen, sie geniesst oft eine eins zu eins Betreuung. Sie hat vom ersten Tag an mit ihrem Charme und ihrer Offenheit Freunde gefunden und „bringt soviel Licht“ in die Schule - wir haben insgeheim nichts anderes erwartet ;-) sind aber natürlich sehr dankbar um dieses Feedback! Bis dato verging kein Tag, an welchem sie morgens nicht freudestrahlend zum Schulbus gelaufen wäre - apropos Schulbus - dieser holt Flurina morgens um 6.45 Uhr ab, d.h. um 5.30 Uhr klingelt der Wecker, um 6 Uhr gibt es Frühstück! Ein hartes Stück für drei morgenmufflige Powerlady’s! Der Schulalltag ähnelt dem in der Schweiz, es gibt viele gemeinsame Aktivitäten, jeden Morgen „Samling“ mit allen Schüler, wo gemeinsam gesungen wird und im Internet nach Info’s zum Wetter, der passenden Kleidung und dem Mittagsmenu geforscht wird. Flurina lernt im Alltag und auf sehr einfache Weise nun Schwedisch und sogar Englisch und ist zu unserer grossen Erleichterung und Freude sehr gut im schwedischen Schulalltag angekommen! <3 


Seraina’s Schulstart hier im Dorf verlief etwas anspruchsvoller! Irgendwie ist sie im Trubel der Flüchtlingswelle wohl untergegangen - es kamen einfach keine Info’s für den Schulstart! Dank einem helfenden Engel aus der Nachbarschaft war sie aber dann zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Am zweiten Schultag wurde sie jedoch wieder nach Hause geschickt, da man einfach nicht recht wusste, wie Seraina einzustufen sei! Somit kam sie zu einer weiteren geschenkten Ferienwoche - was unser Schweizer Mädel aber gar nicht lustig fand - das erschien ihr dann alles doch viel zu spontan, viel zu unvorbereit und zu un-organisiert :-D

Ab der zweiten Schulwoche besuchte Seraina die internationale Klasse, gemeinsam mit vielen arabisch sprechenden Flüchtlingskindern. Bald war klar, sie ist da heillos unterfordert und natürlich im Vorteil, da wir dasselbe Alphabet benützen und von links nach rechts schreiben… so durfte sie kontinuierlich mehr in der regulären 8. Klasse am Unterricht teilnehmen und sie besucht die internationale Klasse nur noch für den Schwedisch-Unterricht! Zu ihrer Freude sind in der 8. Klasse drei Jugendliche, welche Deutsch als Muttersprache haben - zwar sprechen sie mehrheitlich und viel besser schwedisch, aber es ist für Seraina durchaus hilfreich, dass sie mal nachfragen kann. Da sie stoffmässig auch um Weiten (man darf von 2-3 Schuljahren sprechen!) voraus ist, liegt der Fokus momentan ganz auf der Sprache! Doch beide Mädchen lernen schnell und haben nun den ganzen Tag die Sprache um sich herum! Ich kann euch also beruhigen, schulmässig läuft es sehr gut und die beiden Mädchen scheinen sich allgemein sehr wohl zu fühlen in ihrem neuen Leben.



Wie im Titel angesprochen, manchmal überrascht es mich, dass es noch eine Welt ausserhalb gibt - es besteht die Gefahr, dass mich dieses Grundstück vollkommen absorbiert :-D 1. weil es einfach so schön ist hier, dass ich gar kein Bedürfnis habe wegzugehen, 2. aber auch, weil es soviel Arbeit gibt, welche erledigt sein muss, erledigt sein könnte oder erledigt sein möchte, dass es keinen Raum für’s Aussen mehr gibt! Viel haben wir in den letzten Wochen geleistet - nebst der alltäglichen Pflicht der Tierpflege sowie dem üblichen Kochen, Putzen, Waschen, Kinderfürsorge und natürlich auch noch nebst all den Formalitäten und unzähligen Emails……. doch inzwischen ist unsere ID-Kort beantragt und dann gibt es dann hoffentlich endlich auch ein schwedisches Bankkonto ;-)

Anfang September fand der alljährliche Wegreinigungs-Tag gemeinsam mit allen Anwohner in Sjömillan statt - die beste Gelegenheit, alle Nachbarn persönlich kennenzulernen! Es war ein wahrhaft intensiver Tag und es hat uns sehr berührt, mit welcher Offenheit, Herzlichkeit und Freude wir hier empfangen wurden. Wir haben traditionelle Erbsensuppe mit Punch genossen und am Abend wurde bei uns im Café gefeiert mit viel Essen und schwedischer Musik! Seitdem fühlen wir uns hier noch mehr angekommen und ich bin froh zu wissen, dass die Menschen rundherum für einen da sind - gerade jetzt, wo Heinrich in der Schweiz weilt und hier auf Juvengård Frauenpower pur herrscht!



Genau, Heinrich ist diesen Herbst dreimal in der Schweiz unterwegs, leitet Kurse für verschiedene Anbieter , bringt seine Arbeit zu Ende und führt sie auch weiter und auch unsere eigenen alpenschamanischen Herbst-Kurse im Jurtendorf dürfen nicht fehlen. Dies alles sichert uns ein Stück weit das Überleben hier, da wir das Café noch nicht eröffnet haben. Leider ist auch der Hausverkauf in Schübelbach noch nicht geregelt, doch wir hoffen sehr, dass wir unser grosses Fernziel erreichen und bis Ende Jahr endlich alles abschliessen können! Wir vermissen Heinrich natürlich sehr - er fehlt mir bei all den Entscheidungen und Arbeiten im Alltag und nachts als Fusswärmer sehr ;-) Und er vermisst uns und Juvengård - aber eben………………….

Die Nächte sind inzwischen frisch geworden - es herbstet und heute morgen war es richtig schauerlich schön neblig und vier Grad frisch! Doch dies täuscht, denn es war ein Jahrhundertsommer und bis anhin auch -Herbst, die Temperaturen waren (zu) sehr warm und vorallem, es ist viel viel viel zu trocken! Es gibt kaum Pilze in diesem Jahr und auch die Heidelbeeren vertrocknen stellenweise gar am Strauch. Wir beten also um Regen und laut Wettervorhersage sollten diese Gebet ab Mitte Woche erhört werden!



Gestern war ein magischer Moment - wir haben die ersten wild lebenden Elche gesehen! <3 Ihre Spuren sahen wir schon seit einigen Wochen unten am See, glaubten aber eher, es wären Hirsche, die zu uns an den See zur Tränke kämen - und dann gestern dieser magische, wenn auch kurze Moment - ein Traum wurde wahr! Nun sind wir natürlich noch aufmerksamer und unendlich dankbar für unser Sein hier! Kürzlich wurde ich gefragt, ob ich hier Frieden gefunden hätte - Ja, ich glaube, wir alle haben einen neuen oder eher altbekannten Frieden wieder-gefunden - wir feiern ihn noch zuwenig oft mit Singen, Tanzen und Trommeln, aber das Lächeln, dass unsere Gesichter immer mal wieder spontan überfällt, zeigt es! Die Mädchen haben festgestellt, dass wir wieder viel öfters gemeinsam unbeschwert herumalbern und häufiger lachen und die gemeinsame Zeit, auch wenn wir sie mit Arbeiten verbringen, ist so unheimlich wertvoll für uns alle - gute Gespräche, natürlich auch ab und zu schwieriger Natur - aber schlussendlich einfach gemeinsam Sein, Wachsen, Austauschen!



Vor dem richtigen Herbst- bzw. Wintereinzug möchte ich nun noch im Garten so einiges tun - ich träume von Hochbeeten  aus naturbelassenen Rundholzstämmen! Mal sehen, ob wir es wie erträumt hinkriegen! Heinrich hat schon mal für etwas Holz gesorgt und übt sich im Umgang mit der Motorsäge, ich werde noch zur begnadeten Quadfahrerin und Zoé, unsere tatkräftige Unterstützung momentan, hat die Stämme entastet. Ich freue mich nun auf den nächsten Besuch aus der Schweiz, der dann wohl zum Hochbeete bauen mit-eingespannt wird! ;-) Für’s Erste haben Zoé und ich nun mal ein Steinhochbeet gebaut um all die Smultron aus dem Garten zu retten - wir hoffen natürlich, dass ihnen das neue Heim gefallen wird! Das Wort Smultronställe, übersetzt eine Stelle mit Walderdbeeren benützen die Schweden synonym für Lieblingsplatz oder eine besonders idyllische Stelle! Möge unser Garten zu beidem werden! <3 Heinrich hat sich ebenfalls ausgetobt und eine grosse Kompoststelle gebaut - Mutter Erde ist schliesslich besonders wertvoll….. <3




Es darf bei aller Schönheit und bei allem Frieden und Sinn, welchen wir hier empfinden, nicht verheimlicht werden, dass es Phasen von „Heimweh“ gibt bzw. Momente, wo wir alle vorallem Menschen vermissen - die Familie, Freunde, das Jurtendorf-Team, viele liebgewonnene WegbegleiterInnen aus dem CH- Alltag, Nachbarn, Gspändli, Chorfrauen……..da driftet immer mal wieder ein Gedanke ab, der aber meist mit einem Lächeln auf den Lippen und viel Dankbarkeit im Herzen wieder im Hier und Jetzt endet! Dank der modernen Technik können wir aber doch weiterhin mit vielen Menschen verbunden bleiben, sowohl Seraina wie Flurina nutzen täglich Messenger, Whapsapp oder Skype zum telefonieren ….. Fernseh- oder Gamezeiten gelten hier nicht mehr, es wird alles „vertelefoniert“ :-P Und ich gebe zu, ich nutze FB als Heimweh-Medizin - nur leider ersetzt es mir das Vermicelle und den Duft nach heissen Maroni und Siebner Märt-Berliner nicht …….. :-)

Und auch die Wehmut über Leo’s Weggehen hängt mir noch oft im und über dem Herzen - doch inzwischen gilt es zu akzeptieren, dass er wohl nicht wiederkommt! Umso dankbarer sind wir, dass wir die grosse Prozedur mit Fläck im Tierspital noch gemeistert haben und wenigstens er und seine Schwester Zebra hier ihr Paradies gefunden haben! Und es keimt auch ein Gedanke auf, ob nicht doch noch ein Katzenbaby hier im Haus einziehen soll - doch der Rest der Familie denkt da wohl eher an ein Hundewelpen - vi ses……..


So all ihr Lieben, genug geplappert - ich muss Schwedisch lernen! :-P Der SFI-Einführungskurs ist vorbei und ich durfte zwei Stufen überspringen und werde heute nachmittag im C-Kurs erwartet - mal sehen, ob ich das packe….. Doch ich bin sehr motiviert und versuche sooft wie möglich im Alltag Schwedisch zu sprechen und zu schreiben, denn ich bin überzeugt und wir erleben es auch so, dass die Sprache einem die Tore zur Gesellschaft hier öffnet!

Seid herzlich gegrüsst in alle Ecken der Schweiz oder wohin auch immer und wir freuen uns natürlich auch über jeden Erlebnisbericht von EUCH!!! 

Denn Verbunden bleibt verbunden! <3

Jeannette und the Gang!




1. Bericht Mitte August

Für all jene, welche unser erstes Zwischenstands-Email von Mitte August nicht erhalten haben, kopiere ich es nochmals hier hinein! Viel Freude beim Lesen! 


Liebe Herzens- und Lieblingsmenschen - 

Familie, Freunde, Nachbarn, Wegkreuzer und Interessierte




Gerne möchten wir Euch - wie versprochen - die Gelegenheit geben zu erfahren, wie es uns auf Juvengård so ergeht! Wir sind echt wirklich froh, dass uns kein SRF-Fernsehteam begleitet hat in den letzten Tagen … ;-)




An erster Stelle möchten wir euch allen jedoch danken für all die Nachrichten, Anrufe, Briefe, Postkarten, Emails und sonstigen Zeichen der Verbundenheit - die letzten Wochen waren jedoch so dicht, dass wir nicht alles postwendend beantworten konnten! Entschuldigt, aber bitte gebt nicht auf - wir sind noch nicht verschollen!

Flurina geniesst es besonders - sie eilt täglich mehrmals zum Briefkasten und freut sich über all IHRE Post sehr.

Wir haben zum Glück - dank Peter’s Vorarbeit - übergangslos Strom und Telefonnetz zur Verfügung und können daher im hochtechnologisierten Schweden in Kontakt mit der Welt bleiben :-) - wenn wir Musse und Ruhe dazu finden!

Unsere CH-Mobile-Nummer werden jedoch in den nächsten Tagen eingestellt - ihr dürft uns also Mail’s schreiben, auf Facebook schauen oder auf’s schwedische Festnetz anrufen - Mobiler Kontakt über Sms und What’supp wird eingestellt und es wird etwas dauern bis wir neue Nummern haben!



Genau heute vor 4 Wochen sind wir hier in Åseda angekommen - nach gut 26 Stunden Reisezeit, mit den zwei Girls und unseren drei Büsis im Schlepptau! Die Reise gen Norden klappte für einmal nicht so reibungslos wie gewohnt, so sind wir schlussendlich ohne Übernachtung im Zafira durchgedüst und entsprechend müde hier angekommen.

Doch die Euphorie und Nervosität hielt uns wach und so kam es, dass rund 3 Stunden nach unserer Ankunft die Übergabe des Anwesen’s soweit geregelt war, dass unsere Vorgänger sich auf den Weg in ihr neues Zuhause aufgemacht haben!


Nun standen wir also da - 7 Hektare Land vor unseren Augen und Füssen, ca 40 alte Eichen, den Blick auf den See Juven schweifend - und 5 Schafe und 2 ältere Island-Pferde blickten neugierig zurück - alles war bereit und gespannt, sich, uns zu begegnen.

Die ersten paar Tage begegneten wir vorallem folgenden Dingen; Putzlappen, Eimer, Grön Såpa (Schmierseife mit Kieferaroma), Dampfgerät, Staubsauger und vielen Spinnweben sowie Patina….. Es galt und gilt viel zu putzen, entstauben, entrümpeln, umstrukturieren, reparieren - entdecken, entscheiden, handeln………..




Männertraum oder eher - Spielzeug? wer sieht den Regenbogen?!


Inzwischen sind die alltäglichen Lebensräume im Wohnhaus jedoch geputzt, zum Teil haben sie einen neuen Anstrich erhalten, alte Möbel wurden entstaubt und etwas weniges neu ergänzt - es lässt sich leben und kochen und seit 3 Tagen wird der Ofen in der Stube regelmässig eingeheizt, da das Wetter grad schon herbstlich daher kommt!


In den nächsten Wochen warten das Gästehaus und vorallem das Café Juvengård auf die selbe Behandlung……da liegt einiges vor uns.

Der Garten wird wohl erst im Frühjahr 2017 wieder in voller Blüte und Fülle erstrahlen, doch dank der Vorarbeit von Rotraud dürfen wir täglich einige schöne rote Tomaten im Gewächshaus ernten.

Auch die vielen Wildkräuter und Beerensträucher auf dem Land erwarten uns mit ihrer Fülle - doch dieses Jahr ist es hier so trocken, dass die Heidelbeeren am Strauch zu Dörrfrüchten werden und auch Pilze sucht man vergebens! Wir beten seit vier Wochen täglich für Regen und heute wurden wir endlich etwas nachhaltiger erhört!

Nebst all dem Arbeiten, Rumwuseln und Entscheiden versuchten wir uns immer wieder Ruhepause zu gönnen, 10 Minuten Fika (Kaffeepause) auf der Veranda, ein paar Minuten Schwimmen im See - doch es war eine Herausforderung - zuviel möchte man in zuwenig Zeit erledigen - die Ideen und Vorstellung schwirren durch die Hirnwindungen aber die Kraft der Hände ist begrenzt!

Daher war es toll, dass wir in den ersten 4 Wochen bereits mehrere Besucher und helfende Hände hier hatten, welche mit uns das Anwesen genossen, kennengelernt und mit Leben gefüllt haben und uns immer wieder einen Moment der Ruhe und des Staunen’s, Entdecken’s geschenkt haben!  Danke für alles, ihr CH-Heinzelweibchen!


So Alltägliches wie Einkaufen wird momentan zum Abenteuer - wo finde ich was, wie heisst es und welche Vorlieben und Angewohnheiten pflegen Schweden in ihrer Küche!?

Überhaupt ist ganz viel von dem, was in der Schweiz fast von alleine oder in kaum mehr wahrnehmbarer Routine funktioniert hat nun nicht mehr da…… der momentane All-Tag besteht aus Staunen, Erforschen, Entdecken, Ausprobieren und Fragen - und dies ist eine der ganz grossen Herausforderungen - wieder in die Position der Fragenden zu kommen! Hier auf dem Land bringt einem Freund Google reichlich wenig - es gilt das unmittelbare Gegenüber zu fragen, mit ein paar Brocken Schwedisch, Händen und Füssen und brauchbarem Englisch geht es jedoch!

Täglich wächst somit unser Bedürfnis und die Lust am Schwedisch lernen - zu verstehen, was das zuvorkommende Gegenüber ausdrücken will, auf den Smalltalk an der Tankstellen-Kasse antworten zu können, im Agro Shop nach einem Heurechen fragen zu können oder nach unserer verschwundenen Katze Leo!

Fläck (der langsam wieder überall Haare hat) und Zebra haben sich hier gut eingelebt, werden rund und ründer und bringen täglich 6-8 Mäuse, Maulwürfe oder Vögel freude-miauend durch’s Katzentürli - holen ihr Lob ab und ab gehts zum nächsten Jagdtrip! Sie sind sehr anhänglich, gehen nie weit weg vom Haus, aber scheinen das neue Zuhause zu geniessen! Unser Kater Leo jedoch ist seit 2 Wochen verschwunden und ich bin zutiefst geknickt deswegen…..  Er war auch in der Schweiz ein „Leutschicheib“, ständig unterwegs und führte wohl nebst dem Leben mit uns noch ein anderes ….. das er nun so vermisste, dass er sich wohl aufgemacht hat, dies wiederzufinden!

Nun denn, wir geben noch nicht ganz auf, haben im Dorf Wanted-Zettel aufgehängt - vielleicht kommt er wieder……




Wiederkommen wird auch bald sowas wie Alltag - am 22.8. wird für die beiden Mädchen die Schule losgehen! Seraina wird in Åseda zur Schule gehen (ca 6 km entfernt) und Flurina wird mit dem Schulbus ins 30 Kilometer entfernte Lenhovda zur Särskola (Sonderschule) fahren.

Beide Einrichtungen haben wir inzwischen besichtigt und der erste Eindruck ist schlichtweg „anders“…..die Räumlichkeiten sind sehr offen, weniger gekünstelt, unprätentiös, zum Teil auch auf den ersten Blick etwas „verbraucht“, für CH-Augen unordentlich, dafür sind die pädagogischen Ideen frischer, kreativer, die Technik total up-to-date und alles fühlt sich nach Lebensraum, nach viel Freiraum und doch nach grossem Wissensdurst und -Angebot an!

Seraina wurde als erstes gefragt, was sie von der Schule hier erwartet - nicht was sie kann oder bieten muss…..

Wir sind gespannt! Jedenfalls werden die Mädels sicherlich schnell Schwedisch lernen (müssen)!


Damit wir nicht hinterher hinken, haben Heinrich und ich uns für den SFI angemeldet - Schwedisch für Einwanderer! Zusammen mit vielen Flüchtlingen werden wir ab Ende August die Schulbank drücken und die Sprache sowie die Gepflogenheiten kennenlernen.

Dass man hier im sehr ländlichen, eher armen und dünn besiedelten Småland auch in Gummistiefeln einkaufen kann und dich keiner nach der Marke deiner Kleider fragt durften wir schon erfahren - sehr entspannend!

Überhaupt - die Gummistiefel - sie wurden zu unseren täglichen Begleitern sowie die wertvollen Wollsocken, welche Fränzi für uns gestrickt hat im Vorfeld! Ein Tag ohne ist unvorstellbar! Seraina und Flurina stolzieren damit in den Pferdestall, misten aus und sind schon dicke Freunde mit Walsi und Sif! Die Pferde hören auf Seraina’s Rufen und auch die Schafe lassen sich von ihr führen - die beiden Mädels blühen richtig auf in ihren Aufgaben und der Arbeit in der Natur und es tut gut, dies beobachten zu dürfen - ein Teil unseres Wunsches scheint aufzugehen. Wir sind stolz auf die Girls, die trotz Wespenstichen, Zecken und Schlafen auf Mätteli’s unter Spinnweben nicht aufgeben und morgens mit einem Lachen durchs Haus tanzen…richtige Betten für die Kinder zu kaufen ist die nächste Tour de Ikea…..



Nun nebst all dem Abenteuer, dem Zauber des Neuen und dem Frieden hier in der grossartigen Natur gibt es natürlich auch Stress - zwischenmenschlich, mit sich selber, der Familie, mit den Umständen und mit Dingen, die nicht so funktionieren, wie wir es gerne hätten, mit Formalitäten, Wespen und verstopften Abläufen. Am meisten stresst uns jedoch noch immer der Hausverkauf in der Schweiz, wo es einfach zu keinem klaren Abschluss gekommen ist bis dato - zwar gibt es Interessenten, zwei Familien die so gerne möchten, aber es harzt noch immer…..doch auch hier ist Aufgeben keine Option!


Und Ab und Zu gibt es einen Anflug von Heimweh - auch wenn dies momentan mehr ein Gefühl der Sehnsucht nach Geordnet sein, nach Bekanntem, nach Ruhe oder sogar so was wie Routine ist….. ein Durchatmen, damit man wieder bereit ist für’s Abenteuer, wieder Kraft im kleinen Putzfinger spürt, ein sich Fallen lassen in ein bekanntes Sofa, ein Gespräch mit dem Nachbarn einfach so Zwischendurch - das alles fehlt uns sowie ganz viele Alltagsgegenstände oder Liebgewonnenes, dass noch im Bügelhof steht …… sowie viele wertvolle Begegnungen im Sein, Austausch - doch es wird sich sicherlich neu finden lassen, hier und bald! Langsam kommen auch die Lieder zurück auf meine Lippen….. die Natur schenkt mir die Erinnerung!




so habe ich nun genug geplaudert - das Bett wartet auf unsere müden Häupter! Die körperliche Arbeit, neue Herausforderungen und Bewegungen, ein anderer Rhythmus, dass alles fordert, fördert aber auch ungemein.

Mein monatelanges Trainig zahlt sich täglich aus - statt Popeyespinat essen wir nun frische Brennesseln, Stachelbeeren und Polarbröd mit Moltebeer-Konfi:-)))


Auf bald all Ihr Lieben - wir freuen uns auf den Austausch mit Euch!

Herzliche Grüssen von Juvengård


Jeannette & Heinrich

Seraina & Flurina

Fläck & Zebra (und vielleicht streicht Leo doch noch durch die Birkenwälder in der Nähe)

Sif & Walsi und 5 noch namenlose Schafe

und bald kommen hoffentlich noch einige Hühner dazu….



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